|
|
|
|
|
|
10 Beispiele für freiwillige Mitarbeit
|
 |
|
Lore Tönnießen (74) weiß, wo es lang geht. Bei der Bahnhofsmission in Oldenburg hilft
Tönnießen Reisenden auf den Bahnsteig, gibt wartenden Schülern einen Tee und setzt Asylbewerber mit einer
Fahrkarte in den richtigen Bus. "Es ist immer irgendetwas los!", ist ihre Erfahrung. Als bei der Bahnhofsmission
Hilfe gebraucht wurde, entschloss sie sich spontan - und das ist stolze 19 Jahre her. Seitdem sei vieles
hektischer geworden; doch die ihr entgegen gebrachte Dankbarkeit und die Freude, etwas Gutes zu tun, wiegen dies
immer wieder auf. "Dass man sich dann sagt, das ist heute wieder gut gelaufen, das hast Du richtig gemacht.
Das sind für mich Erfolgserlebnisse."
Kürzlich war da der im Bahnhof gestrandete ältere Herr, der sich weder an seinen Namen noch an seinen Wohnort
erinnerte. Doch fand sie mit Hilfe der Polizei heraus, dass der Mann aus Varel stammte und schon 99 Jahre alt
war. Als die Beamten ihm sagten, "wir bringen Sie nach Hause" strahlte der Herr vor Freude. "Das fand ich ganz
toll. Er wäre doch sonst in der Stadt vollkommen unter die Räder gekommen. Das sind so Situationen, wo man sagt,
man macht weiter." Die 20 Jahre macht sie in jedem Fall noch voll.
|
 |
|
Hilke Neumann (16) ist Vorbild für die Freundin. "Die will jetzt auch beim "Szenenwechsel",
dem Kurzpraktikum der Diakonie, mitmachen. Hilke hat dabei gemerkt, dass ihr die Arbeit im Altenpflegeheim Alexanderstift in Wildeshausen
liegt. "Weil ich später sowieso etwas im sozialen Bereich machen will, habe ich weitergemacht.", berichtet sie.
"Ich kann für mich sagen, dass mir das viel gebracht hat. Man lernt nicht nur den Umgang mit alten Menschen,
sondern auch offener auf andere Menschen zuzugehen. Mit kleinen Dingen kann man wirklich viel bewirken
und das ist das Schöne daran." Infos zu Szenenwechsel: www.szenen-wechsel.de
|
 |
|
Helmut Lueg (74) meint: "Der Gedanke der Diakonie ist ein guter Boden."
Vor seinem freiwilligen Engagement war Lueg Landwirt. "In meinem Beruf musste produziert werden;
für andere Gedanken blieb da sehr wenig Zeit." Jetzt pflegt er als Vorstandsvorsitzender Ev. Seniorenhilfe Delmenhorst den Kontakt
zur Diakonie und zu den Mitgliedern, die zusammen unsere Arbeit erst möglich machen. Sein Resümee:
"Alles, was ich nun bei mir entdeckt habe, hat davor eigentlich brach gelegen.
Durch das, was endlich ans Tageslicht gekommen ist, erfährt mein Leben eine Abrundung.
Der Sinn des Lebens liegt nicht unbedingt im Erwerb, sondern findet in der Nächstenliebe
seine Ergänzung."
“
Helmut Lueg (74),
|
 |
|
Jörg Schneider (56) bringt für seine freiwillige Vorstandstätigkeit bei der Diakonie in Wilhemshaven
eine nicht zu unterschätzende Qualifikation mit: als Professor im Wirtschaftsingenieurwesen an der örtlichen Fachhochschule
versteht er etwas von Ökonomie. "Bei sich ändernden Rahmenbedingungen ging es in der letzten Zeit sehr darum, einen Kompromiss
zu finden zwischen wirtschaftlicher Effizienz und unserem Anspruch als kirchliche Einrichtung, den Menschen Nächstenliebe
nahezubringen." Umso wichtiger sei es, der Öffentlichkeit zu präsentieren, wie wichtig der Dienst an den Menschen ist.
"Jeder sollte versuchen, etwas von seinem emotionalen und intellektuellen Reichtum an andere Menschen weiterzugeben und den Reichtum
auf diese Weise zu vervielfältigen." Der 56jährige engagiert sich gerade weil es ihm im Vergleich zu anderen gut gehe
und er etwas davon weitergeben wolle. Die Funktion bei der Diakonie habe auch seinen Horizont erweitert und sein Menschenbild weiterentwickelt.
"Wenn ich über Menschen in der Produktion spreche, dann tue ich das mit einem kirchlich-diakonischen Hintergrund doch etwas anders,
als wenn ich den nicht hätte. Ich glaube, ich kann da ein breiteres Spektrum an menschlichen Verhalten und an Dingen,
auf die man achten muss, meinen Studenten weitergeben."
|
 |
|
Michaela Thomßen (38), erklärt Jugendlichen immer wieder: "Bei uns kennt man keinen Wassermangel!",
wenn sie ihnen die Aktion "Brot für die Welt" vorstellt. Denn Thomßen organisiert den jährlichen "Hungermarsch" in Friesland mit.
"Die Diakonie ist für mich ein Bindeglied, das Gemeindearbeit vor Ort mit großen Projekten vernetzen kann.", erläutert sie.
Und in diesem Jahr haben 260 Jugendliche für den Zugang zu sauberem Trinkwasser auf der Welt Spenden gesammelt.
Anfangs war die Problematik für die meisten noch weit weg, aber dann haben sie begeistert mitgemacht."
|
 |
|
Axel Thyssen (52) begleitet seit Jahren eine Sucht-Selbsthilfegruppe, den Freundeskreis im Ammerland.
"Es gibt ein zunehmend größeres Verständnis für Suchtkrankheiten. Die positive Entwicklung ist darin zu sehen,
dass der Austausch zwischen den Beratungsstellen und den Betroffenen endlich in die Gänge gekommen ist.
Dabei haben wir uns aus dem geschützten Rahmen, den die Selbsthilfegruppen bieten, hinausgewagt.
Die Gruppe ist seit vielen Jahren ein ganz wichtiger Ankerpunkt in meinem Leben, den ich nicht mehr missen möchte."
|
 |
|
Jewgenia Bazykin (17) ist da, wenn die Eltern keine Zeit haben. Sie hilft bei der Hausaufgabenhilfe Diakonie Cloppenburg.
"Es freut mich zu sehen, dass die Kinder durch die Hausaufgabenhilfe in der Schule besser werden und automatisch mehr Spaß haben zu lernen.
Lernen kann wirklich Spaß machen! Durch die Kinder werde ich auch selber motiviert, für meine eigene Schule mehr zu tun, damit ich meine Ziele erreiche
und anderen später als Pädagogin helfen kann." Jewgenia nimmt mit der Hausaufgabenhilfe am Projekt SODA teil.
Infos zu Soda: www.sozialdabei.de
|
 |
|
Giseltraud Voget (52) arbeitet in zwei ökumenisch geführten Kleiderkammern mit. "Gemeinde," so sagt sie, "lebt durch den Einsatz von Menschen. Es gibt Situationen,
da denkt man schon, dass man jetzt lieber zuhause bleiben würde. Aber wenn ich dann nach der Kleiderkammer nach Hause komme,
sage ich mir: "Gut, dass Du da warst." Das gibt mir einfach ein gutes Gefühl, da denke ich mir,
"Mensch, da hast Du heute wieder etwas Gutes getan."
|
 |
|
Hans-Jürgen Hausburg (64) ist bei der Seemannsmission Unterweser.
Er findet, dass der Kontakt ist einfach wichtig ist und berichtet: "Ich bin selber zur See gefahren und weiß, wie wichtig für Seeleute der Kontakt zum Land ist.
Aus Zeitdruck oder wegen ihrer Visumspflicht können viele gar nicht mehr an Land gehen. Deswegen ist es ja so wichtig, dass wir von der Seemannsmission an Bord gehen und vor Ort fragen, was wir tun können.
Über eine Zeitung aus ihrem Heimatland freuen sich schon viele."
|
 |
|
Ute Bruns (52), ist seit 8 Jahren im ambulaten Hospizdienst freiwillig
tätig. Dabei ist es für die Ammerländer Arzthelferin ganz einfach: „Weil Sterben zum Leben gehört! Und das Leben ist so kostbar, dass wir es bis zum Schluss auskosten sollten.“
Sie versucht, Lebensgeschichte aufzuarbeiten und letzte Wünsche zu erfüllen. Und Sterbenden wie Angehörigen zu vermitteln, dass Trauer dazugehört.
„Ich gebe nicht nur, ich bekomme auch viel.
Ich werde beschenkt: Vertrauen, Nähe, auch
Zuwendung. Ich habe dadurch nicht nur eine
andere Beziehung zum Tod bekommen.
Ich lebe bewusster. Es gibt da eine ganz tiefe
Befriedigung und Dankbarkeit.“
Eine Ausbildung zur Hospizmitarbeiterin habe ihr ein großes Stück Sicherheit gegeben: „Ich traue mich nun, auf Menschen zuzugehen, in die Arme zu nehmen, dazusein, zuzuhören.“ Nötig sei das Gespräch von Kranken, Angehörigen und Ärzten über den Tod; deswegen engagiert sie sich auch für Patientenverfügungen. Sie blickt optimistisch in die Zukunft:
„Es entwickelt sich.“
|
|
|
|
|